Nahaufnahme eines detailreichen Schiffsmodells mit gehissten Segeln.

Schiff­fahrt

„Lebenswelt Schiff“ – die Ausstellung im Deutschen Technikmuseum lässt Sie die Faszination der Seefahrt spüren. Lassen Sie sich inspirieren von der engen Beziehung zwischen Mensch und Schiff, zwischen Kultur- und Schifffahrtsgeschichte sowie vom Wunsch der Menschen, ihren Horizont zu erweitern.

Bitte beachten Sie: Teile der Dauerausstellung Schifffahrt (Neubau: EG + 1. OG) sind bis 18. März 2020 wegen Umbauarbeiten geschlossen. Das 2.OG der Ausstellung Schifffahrt ist weiterhin zugänglich.

Die Kulturgeschichte der Schifffahrt

In der Schifffahrtsausstellung begrüßt Kapitän Nemo die Besucherinnen und Besucher in der U-Boot-Kulisse der Nautilus. Der Seefahrer aus Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ berichtet vom Element Wasser, den Ozeanen und den Gefahren auf See. Und er erzählt vom Aberglauben: von Seemonstern und von Galionsfiguren. Diese Verzierungen am Schiffsbug trugen für viele Seeleute die Seele des Schiffes in sich. Eine Beschädigung galt als böses Omen.

Blick in die Schifffahrt-Ausstellung: Zentral im Raum steht eine hölzerne Galionsfigur. An beiden Seiten verläuft ein Band aus kleinen Leuchtkästen. Im Hintergrund ist eine Vitrine mit einem Schiffsmodell zu sehen.
Galionsfiguren sollten die Seefahrer vor bösen Geistern und dem Zorn der Götter bewahren. Einige der zahlreichen Mythen und Geschichten der Schifffahrt und des Meeres werden in der Ausstellung erzählt.
SDTB / H. Hattendorf

Die Lebenswelt Schiff spiegelt sich in unzähligen Geschichten, Mythen, Sinnbildern und Sinnsprüchen wider, die rund um das Schiff, das Meer und die Menschen entstanden sind. Mehr als 1.100 Exponate auf drei Etagen und 6.500 Quadratmetern bringen den Besuchern in 30 Themenfeldern die Geschichte der Hochsee- und Binnenschifffahrt nahe – eine der weltweit größten Ausstellungen zu diesem Thema.

Vom Lederboot und Flugzeugträger

Vor einem großen, schwarz-weißen Wandbild stehen in einer Vitrine mit blauen Sockeln verschiedene historische Globen.
Wie orientiert man sich auf dem Meer? Die Ausstellung zeigt, wie die Navigation auf hoher See schon lange vor Satellitentechnik und GPS gelang.
SDTB / C. Kirchner

Der Hauptbereich Hochseeschifffahrt startet mit dem chronologisch aufgebauten Themenfeld „Schifffahrt und Geschichte“. 52 Schiffsmodelle im Maßstab 1:50 zeigen die Entwicklungen in Größe und Form in den vergangenen 10.000 Jahren – vom Lederboot bis zum Flugzeugträger. Viele weitere Themenfelder zeigen ganz unterschiedliche Facetten der Hochseeschifffahrt. Allein fünf Themenfelder beschäftigen sich mit der Geschichte der Navigation und den unterschiedlichen Arten zu navigieren: von den ersten Navigationsinstrumenten bis zur modernen Satellitennavigation.

Ohne die Weiterentwicklung der Navigationsinstrumente wären die Entdeckungsreisen der Portugiesen und Spanier um 1500 nicht möglich gewesen. Diese Reisen veränderten wiederum die Navigationstechniken und auch den Schiffbau, schufen ein neues Weltbild und ließen neue Machtverhältnisse auf den Weltmeeren entstehen. Darüber hinaus wirft die Ausstellung einen Blick auf die Seenotrettung, den Walfang sowie die Herstellung von Segel- und Tauwerk.

Wie verhält sich ein Schiff im Wasser?

Eine Frau und ein Junge sitzen sich vor einem Segelmast mit aufgespannten Segeln gegenüber. Beide haben Seile in der Hand und machen Knoten.
Beim Trockensegeln können Besucherinnen und Besucher selbst Hand anlegen und Knoten knüpfen lernen.
SDTB / F. Grosse

Der Schiffbau mit seinen komplexen Herausforderungen war jahrtausendlang eine reine Erfahrungsangelegenheit. Erst im 18. Jahrhundert wuchs die Bedeutung mathematischer Kenntnisse für Schiffskonstruktionen. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, welche Kräfte auf den Schiffsrumpf wirken, wie sich Schiffe bewegen und sie können selbst Hand anlegen beim Trockensegeln und Binden von Seemannsknoten.

Binnenschifffahrt zwischen Elbe und Oder

Das Themenfeld „Wassersport zwischen Havel und Spree“ mit vielen originalen Segel-, Ruder- und Motorbooten leitet ins Erdgeschoss über. Hier folgt die „Binnenschifffahrt zwischen Elbe und Oder“, die eine wichtige Grundlage für die Entwicklung Berlins war. So genannte Kaffenkähne brachten über die vielen Wasserwege große Mengen an Waren und Baumaterialien in die Stadt. Schleusen und Hebewerke sorgten dafür, dass die Schiffe kleine und große Höhenunterschiede im Gelände überwinden und ihre Fahrt auf den verschiedenen Wasserstraßen fortsetzen konnten. In der Ausstellung sind historische Modelle aus dem ehemaligen Institut und Museum für Meereskunde sowie dem Verkehrs- und Baumuseum zu bewundern.

Ein kleines, historisches Dampfschiff steht in der Schifffahrt-Ausstellung. Mehrere Personen stehen auf dem Vorderdeck. Seitlich ist der Schriftzug „SB2 -804“ und „Kurt-Heinz“ zu lesen.
Der Schlepp- und Schubdampfer KURT HEINZ war noch bis 1997 auf Berlins Wasserstraßen unterwegs. An Bord lebte die Schifferfamilie in der Vorderkajüte, in der hinteren Kajüte schlief der Maschinist, der die Dampfmaschine befeuerte.
SDTB / C. Kirchner

Highlights

Der Humboldt-Chronometer ist eine Taschenuhr mit weißem Zifferblatt. Die Uhr wird stehend in ihrer Holzschatulle gezeigt.
SDTB / C. Kirchner

Taschenchronometer von Alexander von Humboldt

Der dänische König überreichte Alexander von Humboldt 1830 diese Präzisionsuhr. Zeitweise wurde sie in der Berliner Sternwarte aufbewahrt. Dies hat Humboldt im Deckel des Mahagonikästchens notiert. Alexander von Humboldt leitete 1799 auf dem amerikanischen Kontinent eine neue Epoche von Forschungsreisen mit neuesten Messinstrumenten ein.

Johann Heinrich Kessels, 1828

Der Kaffenkahn ist ein hölzernes Schiff, dessen Bodenplanken bis zur Wasserlinie aufgebogen sind. Am Heck des schlanken Kahns sind das Ruder und die Pinne zu erkennen.
SDTB / C. Kirchner

Kaffenkahn

„Berlin ist aus dem Kahn gebaut“: Die Grundlage für die Entwicklung Berlins waren die vielen Wasserwege im Umland, auf denen große Mengen an Waren in die Stadt gelangten. Der aus der Havel geborgene Kaffenkahn von etwa 1840 hatte einst Dachziegel geladen und ist das größte Objekt in der Ausstellung.

um 1840

Der Nachbau des Dreimasters Creole im Maßstab 1:50 ist aus Holz gebaut. Das Modell ist circa 80 Zentimeter lang und 20 Zentimeter hoch.
SDTB / C. Kirchner

Modell Glattdeckskorvette CREOLE von 1826

Bei einer (Segel-) Korvette handelt es sich um ein dreimastiges, vollgetakeltes Kriegsschiff im Rang unter der Fregatte. Die Glattdeckkorvette CREOLE besaß vorne und achtern nur kleine Aufbauten anstelle von Back und Achterdeck. Eingesetzt wurden diese schnellen Schiffe hauptsächlich zur Erkundung. Das Modell der CREOLE ist im Maßstab 1:50.

Michael Keyser, 2003

Das Modell das Schiffshebewerks Niederfinow ist drei Meter lang und gut 1,20 Meter hoch. Es bildet das Original im Maßstab 1:20 ab. Die Verstrebungen, die das Gerüst des Hebewerks bilden, ähneln dem Gerippe eines Krans.
SDTB / C. Kirchner

Modell Schiffshebewerk Niederfinow

Schleusen, geneigte Ebenen und Hebewerke ermöglichen das Überwinden von Höhenunterschieden zwischen Kanalabschnitten. Im Schiffshebewerk bei Niederfinow sind es ganze 36 Meter in fünf Minuten – entdecken Sie den Vorgang anhand eines Messingmodells im Maßstab 1:50. Das Modell des Schiffshebewerks Niederfinow wurde im Museum 20 Jahre lang in größtenteils ehrenamtlicher Arbeit gefertigt.

Rudolph, Lambrecht, Masella, 2014

Eine Frau und zwei Jungen betrachten ein glänzendes Schiffsmodell aus Bernstein in einer runden, beleuchteten Vitrine.

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