Der Header für die Sonderausstellung "Dünnes Eis". Es sind im Comicstil zu sehen: eine Eisscholle, zwei Eisbären, zwei Forscher und ein Schiff am Horizont. Das Eis hat einen großen Riss.

Dünnes Eis

Die Sonderausstellung "Dünnes Eis. Komm mit auf Klima-Expedition!" Vom 23.11.2023 bis 8.09.2024 in der Ladestraße. Für Familien und Schulklassen. Mit vielen Mitmach-Angeboten.

Komm mit auf Polar-Expedition!

Eisiger Wind, klirrende Kälte und monatelange Dunkelheit – die Expedition der POLARSTERN in die Arktis war extrem. Über ein Jahr driftete das Forschungsschiff ab 2019 durchs Polarmeer. Das Team sammelte Informationen zum Wandel des arktischen Klimas: ein Meilenstein für die Klimaforschung.

Die Ausstellung „Dünnes Eis“ in der Ladestraße des Deutschen Technikmuseums nimmt die Besuchenden mit auf Klima-Expedition. Schulklassen und Familien erfahren, wie es ist, in der Arktis zu forschen. Sie messen die Eisdicke, suchen nach Mikroorganismen und finden heraus, wie lange es noch mehrjähriges Eis geben wird. Klar wird: Die Arktis ist unser Frühwarnsystem. Und die Warnung ist deutlich. Es bleibt wenig Zeit. Wir müssen jetzt handeln, um die Klimakatastrophe zu verhindern.

 

Klimawandel wird in der Arktis besonders deutlich

Der von uns Menschen verursachte Klimawandel ist die größte Herausforderung der Gegenwart. Die Arktis ist davon bereits jetzt besonders stark betroffen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte nahm die arktische Eisdecke dramatisch ab: Waren in den 1980er Jahren noch rund sieben Millionen Quadratkilometer Ozean mit Eis bedeckt, sind es 2022 nur noch rund 4,5 Millionen Quadratkilometer. Hält dieser Trend an, wird die Arktis in manchen Sommern nahezu vollständig eisfrei sein. Eine solche Entwicklung würde sich auf das weltweite Klima auswirken und von uns deutlich zu spüren sein.

Um die Bedeutung solcher Voraussagen zu erfassen, muss jedoch erst der Status quo verstanden werden. Deshalb brach das Forschungsschiff POLARSTERN des Alfred-Wegener-Instituts im Herbst 2019 zur Expedition in die Arktis auf. Das Ziel war die Erforschung des arktischen Klimas: Ein Jahr lang sollten mehrere Forschungsteams Klimadaten sammeln. Heute liegen erste Ergebnisse vor und zeigen deutlich, dass sich das Klima der Arktis bereits stark verändert hat. Doch noch ist es nicht zu spät. Diese Botschaft hat das Deutsche Technikmuseum dazu angeregt, die Expedition zum Thema einer Ausstellung zu machen, die sich speziell an Schulklassen und Familien richtet. Die Botschaft: Es besteht noch Hoffnung für die Arktis und unser gemäßigtes Klima, aber nur, wenn sich Gesellschaft und Politik dazu entscheiden, jetzt zu handeln. Die Ausstellung verknüpft diese Aussage mit der Geschichte der Expedition und der Darstellung wissenschaftlicher Forschung in einer extremen Umwelt.

Besuchende auf Eisbärenwacht

Zwei Kinder schauen mit einem Fernrohr aus einer grob gezimmerten Holzhütte heraus. Rechts daneben comicartige Figuren von zwei Eisbären.
In der Eisbärenwacht-Hütte kann man sich selbst auf die Suche nach Eisbären machen. Mit Fernrohr und Forschungstagebuch.
SDTB/ Foto: É. Hijano

„Dünnes Eis“ nimmt die Besuchenden mit auf Klima-Expedition. Sie können eintauchen in die Welt der Arktisexpedition und Klimaforschung und in die Rolle der Forschenden schlüpfen. Die Besuchenden betreten das Forschungsschiff POLARSTERN, informieren sich über das Leben an Bord und lernen, dass die Kälte das größte Risiko darstellt. Sie erfahren, dass es äußerst kompliziert ist, mit dicken Polarhandschuhen Messinstrumente zusammenzuschrauben und werden dazu eingeladen, sich mit der Sicherheitsausrüstung und der Gefahr der Eisbären auseinanderzusetzen. Eine selbstgebaute Hütte, die dem Eisbärenwacht-Team auf der Polarstern Schutz gegen Kälte und Wind bot, ist eines der Highlights der Ausstellung. Bekritzelt wie eine Schultoilette finden sich hier spannende Eindrücke aus dem Alltag der Eisbärenwächter.

Im zweiten Teil der Ausstellung verlassen die Besuchenden das Schiff und betreten das Forschungscamp. Anhand von fünf Forschungsbereichen wird gezeigt, mit welchem technischen Aufwand und personellem Einsatz Daten gesammelt werden. Sie lernen, welche alarmierenden Thesen sich im Hinblick auf das Klima und die drohende Klimakatastrophe durch die Daten belegen lassen. So misst der Heliumballon mit dem Spitznamen „Miss Piggy“ die Temperatur über der Arktis, die Tauchroboter „Beast“ und „Beauty“ sammeln Proben von Mikroorganismen, die an der Unterseite des Meereises leben. Eisbohrkerne geben Aufschluss über die Geschichte des Eises. Die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels werden so deutlich. Und es wird klar, dass sich die Arktis bereits verändert hat und enorm unter dem Klimawandel leidet.

Im letzten Teil der Ausstellung kehren die Besuchenden auf das Schiff zurück und stellen fest: Die Forschungsergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Wir haben keine Zeit mehr und müssen jetzt handeln! Hier kommt das Forschungsteam der Expedition ebenso zu Wort wie klimapolitische Initiativen. Auch die Besuchenden selbst können ihre Eindrücke hinterlassen und sind aufgefordert, ihre Thesen zum Klimawandel an die Wand zu pinnen.

Kostenfreies Begleitprogramm für Schulklassen und Familien

Zwei Kinder experimentieren an einem Tisch mit Wasser, Eis, Farbe und Pipetten.
Im Workshop "Mission Arktis: Warum schmilzt das Eis?" experimentieren die Kinder zu den Themen Eis und Wasser. Dabei kommen auch Eiswürfel zum Einsatz.
SDTB/ Foto: É. Hijano

Besuchende haben zudem die Möglichkeit, in die Rolle von Forschenden zu schlüpfen und können ausgestattet mit einem Forschungstagebuch noch intensiver in die Ausstellung eintauchen. Wissen, Kreativität und Aufmerksamkeit sind hier gefordert, wenn man die Wissenschaft mit seinen Daten unterstützen möchte!

In dem kostenfreien Begleitprogramm können sich Schulklassen und Familien dem Thema noch stärker annähern:  Als Teil der „Mission Arktis“ schlüpfen die Teilnehmenden in die Rollen der Arktisforschenden und sammeln wichtige Klima-Daten. Sie untersuchen Eisbohrkerne, messen die Eisdicke und erforschen unter anderem Strömungen unter dem Eis und Mikroorganismen.

Die kostenfreien Programme können entweder von Schulklassen der Stufe 4 bis 10 gebucht werden oder sie finden öffentlich, zumeist an den Wochenenden und in den Ferien, für Familien statt.

Der Kinder-Podcast zur Ausstellung

Cover für den Polar-Podcast für Kinder "Auf dünnem Eis". Zu sehen ist ein gezeichneter Eisbär mit Kopfhörern, im Hintergrund Eisschollen und ein Schiff mit der Aufschrift "Polarstern". Außerdem in schwarzer Schrift "Auf dünnem Eis" und in roter Schrift "Der Polar-Podcast für Kinder".
SDTB/ Gestaltung: Ela von Tycowicz / studiodrei / Studio Neue Museen

Zur Ausstellung gibt es einen tollen Kinder-Podcast!

Mehr dazu hier.

Kooperation mit dem Museum für Kommunikation

Wir kooperieren mit der Ausstellung "Klima_X" im Museum für Kommunikation! Mit einem Ticket (Vollzahler) für das Museum für Kommunikation bekommt ihr zwei Euro Rabatt für den Besuch der "Dünnes Eis"-Ausstellung. Und einem Ticket (Vollzahler) für das Deutsche Technikmuseum bekommt ihr vier Euro Rabatt für den Besuch der "Klima_X" Ausstellung.

In Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

Logo des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Das kostenlose Begleitprogramm für Schulen wird ermöglicht durch eine Spende des FRITZ!Box-Herstellers AVM.

Mehr zum Thema