Der Metallbohrer hat zahlreiche Abdrücke in der Platte des Werkzeugtisches hinterlassen. Auf dem Tisch liegen Metallspiralen und kleine Bruchstücke als Abfallprodukte des Bohrvorgangs.

Werkzeug­maschinen

Maschinen haben das Arbeiten der Menschen verändert: Die Arbeit wurde leichter, die Produktion effektiver. Erleben Sie die Treiber der Industriellen Revolution in Aktion! Die Historische Werkstatt gewährt praktische Einblicke in 150 Jahre Industrialisierung.

Mit der Kraft des Dampfes

Ein Blick in die historische Werkstatt: Hier stehen verschiedene Maschine zur Metallbearbeitung. Oben an der Decke sind die verschiedenen Räder und der Transmissionsriemen zu sehen, die die Maschinen durch eine Dampfmaschine antreiben.
Die historische Werkstatt zeigt die musterhafte Ausrüstung eines Metallbearbeitungsbetriebs um 1900.
SDTB / C. Kirchner

Die Dampfmaschine und ihr Schwungrad, ein Transmissionsriemen aus Leder, der die Drehbewegung des Rades auf die Transmissionswelle übertragt: Das sind die Hauptzutaten der Industriellen Revolution und der Maschinisierung der Produktionsarbeit. Das Schwungrad setzte die Leistung der Dampfmaschine in Bewegungsenergie um, Transmissionsriemen und -welle gaben diese Kraft über weitere Riemenverbindungen an andere Maschinen weiter. In der Historischen Werkstatt des Deutschen Technikmuseums zischt und knarrt es und die Späne fliegen. Hier sind die wichtigsten Maschinen einer Metallwerkzeug-Fabrik um 1900 in Aktion zu sehen.

Dampfmaschine von 1860 mit 16 PS

Die Maschinen stammen überwiegend aus Westberliner Fabriken, wo sie noch bis in die 1970er Jahre im Einsatz waren. Ein besonderes Objekt ist die englische Whitworth-Universal-Drehmaschine aus dem Jahr 1860, eine Leihgabe des Science Museum London. Mit ihr wurden früher Teile für Dampfmaschinen und Lokomotiven hergestellt. Die Dampfmaschine selbst wiederum, das Herz der gesamten Werkstatt, wurde von Thomas Horn 1860 in Westminster hergestellt. Sie trieb bis 1914 eine Kornmühle in der Grafschaft Sussex an. Die Dampfmaschine wiegt zehn bis zwölf Tonnen und leistet etwa 16 PS. Ein Riemenrad mit dem Durchmesser von 1,98 Metern überträgt die Kraft und treibt so die Maschinen an.

Von einem Geländer geschützt wird die zentrale Transmissionswelle. Man sieht das kleinere Antriebsrad mit dem Transmissionsriemen und das größere Schwungrad dahinter. Im Vordergrund die Kolben der Dampfmaschine, im Hintergrund das Wandgemälde einer historischen Werkstattszene.
Die Dampfmaschine von 1860 treibt über eine zentrale Transmissionswelle verschiedene Werkzeugmaschinen in der historischen Werkstatt an. Sie erwacht bei regelmäßigen Vorführungen zum Leben.
SDTB / C. Kirchner

Blick in eine historische Werkhalle

Eine ganz besondere Atmosphäre bekommt die Ausstellung durch das riesige Wandbild hinter der Dampfmaschine, das Manfred Bleßmann 1983 schuf. Das Gemälde gibt den Blick in eine Werkhalle des späten 19. Jahrhunderts frei. In langen Reihen stehen Arbeiter an ihren Werkbänken. Gut sind die vielen Riemen zu erkennen, die die Maschinen an jedem einzelnen Arbeitsplatz mit der Transmissionswelle verbinden.

Bohren, Sägen, Fräsen und Schleifen

Ein Vorführer im blauen Arbeitskittel demonstriert zwei Museumsgästen eine historische Werkbank. Sie hat verschiedene Zahnräder, Kurbeln und Handräder. In die Maschine ist ein Metallstück eingespannt.
Unsere Vorführer lassen in der Historischen Werkstatt die Späne fliegen, wenn sie die Maschinen in Betrieb nehmen.
SDTB / C. Kirchner

Mit den Maschinen des Ausstellungsbereiches lassen sich Metallteile für andere Maschinen herstellen. Der Maschinenbau war und ist das Filetstück der deutschen Industrie. Jede Form der Fertigung und Metallbearbeitung konnte von solchen Maschinen geleistet werden, ob Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen oder Prägen. Die regelmäßigen Vorführungen in der Historischen Werkstatt nutzen eine Exzenterpresse aus der Zeit um 1920, die kleine Metallplättchen als Souvenir für die Besucherinnen und Besucher stanzt.

Gegenüber der Historischen Werkstatt steht ein CNC-Fertigungssystem aus dem 20. Jahrhundert. CNC steht für Computerized Numerical Control: Jede Art der Bearbeitung – Fräsen, Drehen, Bohren und Schleifen – ist mittlerweile programmierbar. Dadurch, dass sich die Werkzeuge der Maschine für die einzelnen Arbeitsvorgänge durch verschiedene Aufsätze schnell wechseln lassen, sind solche CNC-Systeme flexible Alleskönner für die Serienfertigung. Wer durch die Ausstellung geht, versteht: Im Grundsatz haben sich die Arbeitsschritte der Metallbearbeitung gar nicht so stark verändert. Der Mensch hat sie mit seinem Erfindungsgeist nur um ein Vielfaches effektiver gemacht und seine eigenen Möglichkeiten durch neue Verfahren erweitert.

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