Auf einer Seekarte stehen das Modell eines Leuchtturms aus Backstein und das eines rot-weißen Fantasie-Leuchtturms.

Leuchtturm-Modelle, zweite Hälfte 20. Jahrhundert

Objekt des Monats April 2022

Auf einer Seekarte stehen das Modell eines Leuchtturms aus Backstein und das eines rot-weißen Fantasie-Leuchtturms.
Modell des Leuchtturms GREIFSWALDER OIE (Ostseeinsel) von 1855, rechts ein Fantasiemodell.
SDTB / C. Kirchner

Leuchttürme üben eine große Faszination aus, sie stehen für Romantik und Sehnsucht. Gebaut sind sie an abgelegenen, oft einsamen Orten. Leuchtturm-Modelle sind beliebte Sammlerstücke und Souvenirgegenstände, etwa in Form von Schneekugeln oder Salzstreuern.

Aus der maritimen Sammlung eines Berliner Binnenschiffers übernahm das Deutsche Technikmuseum vor einigen Monaten 52 solcher Objekte. Sie wurden mit großer Leidenschaft über Jahrzehnte gesammelt.

Vielleicht erscheint die Welt im Modell überschaubarer und im wörtlichen Sinne „begreifbarer“. Auf jeden Fall dienen echte Leuchttürme dazu, sich auf dem Meer zurechtzufinden. Sie geben Orientierung, indem sie Schiffsbesatzungen ermöglichen, ihren Standort auf See zu bestimmen.

Für die Standortbestimmung auf See mittels Kreuzpeilung braucht es zwei Leuchttürme, die in einer Seekarte verzeichnet sind. Mit einem Kompass peilt man sie gleichzeitig an. Diese beiden Kompassrichtungen werden in die Karte – in Bezug auf die verzeichneten Leuchttürme – eingezeichnet. Dadurch entstehen zwei sogenannte Standlinien. Der Schnittpunkt dieser Linien gibt den Standort an.

Statt Leuchttürmen können auch andere Landmarken, Schall- und Funksignale gepeilt werden. Die Kreuzpeilung wird ebenso in der Flugnavigation, der Landesvermessung und beim GPS verwendet. Das Prinzip ist einfach und alle Lebensbereiche betreffend: Es braucht mindestens zwei bekannte Signalgeber beziehungsweise voneinander unabhängige Informationsgeber, um den eigenen Standpunkt zu finden.

Man sollte nie nur einer Nachricht, Erscheinung, Informationsquelle vertrauen.