Carbon Culture

Die Intervention "Carbon Culture. Museum des fossilen Zeitalters" wirft vom 25. Februar bis 27. September 2026 einen kritischen Blick auf unsere Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas.

Museum des fossilen Zeitalters

Es ist erschreckend, aber wahr: Unser Alltag funktioniert nicht ohne Kohle, Öl und Gas. Fossile Energieträger ermöglichen Mobilität, liefern Strom und Wärme. Als Materialien finden sich fossile Rohstoffe im Straßenbau ebenso wie in Kleidung oder Kosmetikprodukten. Über Jahrzehnte hinweg haben wir uns von ihnen abhängig gemacht – und viel zu spät erkannt, welche Konsequenzen das hat. Wir leben in einer Carbon Culture! Und das Deutsche Technikmuseum als Museum des fossilen Zeitalters spiegelt das in seinen Ausstellungen wider.

Mehrere Menschen halten sich in einem Ausstellungsbereich auf. Auf Sitzmöbeln steht "Shift now" und "Es geht auch ohne Kohle, Öl und Gas". Auf einem Plakat steht "Carbon Culture". Außerdem ist ein gelber Kanister zu sehen.
Die Ausstellung "Carbon Culture" zeigt, dass es auch ohne Kohle, Öl und Gas geht.
SDTB/ Foto: Ériver Hijano

In Zeiten der Klimakrise können wir diese Darstellung nicht unkommentiert lassen. Daher widmet sich ab dem 25. Februar 2026 die Intervention “Carbon Culture” im Museum einer kritischen Einordnung der Technikgeschichte: Seit rund 200 Jahren verbrennen wir Kohle, Öl und Gas, um die in ihnen gespeicherte Energie zu nutzen. Der Lebensstandard vieler Menschen ist dadurch erheblich gestiegen.

Zahlreiche technologische Entwicklungen und Innovationen basieren bis heute auf fossilen Rohstoffen. Diese umfassende Nutzung und Abhängigkeit lässt sich unter dem Begriff “Carbon Culture” zusammenfassen.

 

 

Die Ausstellungen des Deutschen Technikmuseums beleuchten die Kulturgeschichte der Technik und zeichnen deshalb genau diesen Weg in die Carbon Culture nach.

Interventionen im Museum

Die Intervention eröffnet nun eine neue Perspektive auf fossile Technik. Ungewohnte Ansichten ausgewählter Ausstellungsobjekte werden mit Landschaften des Rohstoffabbaus verknüpft. Kurze Textpassagen und gezielte Fragen begleiten die Besuchenden. So werden etwa unter der Überschrift “Höher, schneller, weiter?!” Fragen zur Gestaltung des eigenen Lebens einer kritischen Auseinandersetzung mit Fortschritts- und Wachstumsversprechen gegenübergestellt.

Sitzelemente werden als Störer im Raum platziert und regen mit Aufrufen von Klimaprotesten zur Reflexion an. Das Museum wird zu einem Ort der kritischen Auseinandersetzung mit einer klimaschädlichen Technik- und Kulturgeschichte.

Die Intervention führt den Weg der Carbon Culture bis in die Gegenwart weiter – in eine Zeit, in der die Folgen dieser Entwicklung immer deutlicher sichtbar werden. Dies zeigt sich an ausgewählten Exponaten in der Dauerausstellung. Gelbe Kanister mit neuen Objektschildern machen fossile Rohstoffe als unsichtbare Alltagsbegleiter sichtbar und ordnen historische Technik neu ein. So wird beispielsweise die Dampfmaschine als zentrales Symbol der Industrialisierung um die Dimension des CO2-Ausstoßes erweitert. Der Weg der Kohleverbrennung wird bis in die Gegenwart nachgezeichnet und mit den Auswirkungen des Treibhausgases auf das globale Klima verdeutlicht.

Wir müssen erkennen: Das Deutsche Technikmuseum ist ein Museum des fossilen Zeitalters. Seine Objekte sind Zeugnisse einer Technikentwicklung, die wir hinter uns lassen müssen, um eine “Green Transition” , einzuleiten: ein Leben ohne Kohle, Öl und Gas zu fördern und der Klimakrise aktiv zu begegnen.

Die Ausstellung "Carbon Culture" ist Teil des Projekts PITCH, gefördert von der EU.

Logo mit Schriftzug "PITCH"
Logo mit Schriftzug "Funded by the EU" (gefördert von der EU)