Über seitliche Schienen können die Kleinbilddias in den rechteckigen Metallrahmen eingeschoben werden. In eine Reihe passen zehn Dias nebeneinander, sodass sich eine waagerechte Bilderreihe ergibt. Insgesamt umfasst der Rahmen zehn Reihen übereinander.

Dia-Schrank-Rahmen der H. Berthold AG, nach 1960

Objekt des Monats März 2021

Über seitliche Schienen können die Kleinbilddias in den rechteckigen Metallrahmen eingeschoben werden. In eine Reihe passen zehn Dias nebeneinander, sodass sich eine waagerechte Bilderreihe ergibt. Insgesamt umfasst der Rahmen zehn Reihen übereinander.
Dia-Rahmen Nr. 014 mit 88 Dias aus dem Dia-Schrank der Werbeabteilung der H. Berthold AG, Standort Berlin.
SDTB / C. Kirchner, Dias: U. Rau

Bis zur Einführung digitaler Präsentationstechniken zu Beginn der 1990er Jahre war das Dia-Positiv mit zugehörigem Projektor das zentrale bildgebende Mittel bei Vorträgen. Davon zeugt der Dia-Schrank aus der Werbeabteilung der auf Typografie spezialisierten H. Berthold AG in Berlin.

Auf vier Ebenen bietet das Möbel Platz für 200 Metallrahmen mit jeweils bis zu 100 Kleinbild-Dias. Die Sammelrahmen lassen sich auf Schienen vor eine beleuchtete Rückwand in der Schrankmitte bewegen. Das Licht ist erforderlich, um die Dias betrachten zu können. Es erleichtert auch die Auswahl einzelner Motive aus mehr als 20.000 Abbildungen von Schriftmustern, Layout-Vorlagen und Fotosatz-Geräten. Die von dem Berliner Fotografen Uwe Rau angefertigten Dias dokumentieren nicht nur die Produktlinien der H. Berthold AG, sondern auch prägende Designs in Typografie und Layout seit den 1960er Jahren.

Als international anerkannter Typograf, Schriftgestalter und Dozent verwendete der künstlerische Leiter der H. Berthold AG, Günter Gerhard Lange, die Dias für seine Vorträge. Diese waren ein wichtiges Instrument zur Akquise neuer Geschäftsbeziehungen im Druck- und Fotosatzbereich und für alle, die sich beruflich mit Schriftgestaltung beschäftigten.

Die H. Berthold AG gehörte in den 1920er Jahren neben amerikanischen Firmen zu den weltweit größten Schriftgießereien. 1993 musste die Firma Konkurs anmelden. Das Unternehmensarchiv der H. Berthold AG und die Nachlässe von G. G. Lange und seinem Nachfolger Bernd Möllenstädt befinden sich im Deutschen Technikmuseum.