This website uses cookies

This website uses cookies to improve user experience. By using our website you consent to all cookies in accordance with our Cookie Policy.

Jump to main content

(copy 1)

Neues Lebensgefühl: Fahrradplakate aus der „Belle Époche“

Sonderausstellung „Freiheit auf zwei Rädern“ mit über 40 großformatigen historischen Plakaten aus der eigenen Sammlung /

Auftakt zum Themenschwerpunkt "Fahrrad" in 2024 /

 

Laufzeit: 24. April 2024 bis 19. Januar 2025

Pressematerial

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Verwendung unserer Pressebilder. Zum Download Klick auf das Bild, dann auf den Download-Button.

The poster shows a woman wearing a gray skirt and a black blouse. She is riding a bicycle straight out of a railroad tunnel. She has turned her head back and is casting a haughty glance behind her. A steam locomotive is following her; it is still inside the tunnel. You can make out the silhouette of the waving engineer. Above the tunnel is the inscription “Cycles Terrot Dijon.” In the lower right corner is a bicycle sprocket with a chain labeled “nouvelle chaine Brevetèe S.G.D.G."

Advertisement poster for Cycles Terrot bicycles, lithograph by Francisco Nicolas Tamagno, Paris, ca. 1895

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0079

The focal point of the advertising poster is a woman wearing a red hat, a white blouse, and a black skirt. She is riding a ladies’ bicycle from left to right. In the foreground, a large white dog is jumping over the lettering “Peugeot Valentigney-Doubs.” The background features a park landscape with a white temple and two other white dogs.

Advertisement poster for Peugeot bicycles, lithograph by Walter Thor, Paris 1906

Source: SDTB, Historical Archive V.4. X 0012

The focal point of the advertising poster is a woman wearing a gray blouse and a black hat. She is sitting on a bicycle being held by a man who is leaning forward slightly. The scene is framed by green foliage and the brand name “Plasson Cycles.”

Advertisement poster for Plasson Cycles bicycles, lithograph by Manuel Robbe, Paris, ca. 1897

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0008

The poster depicts a scene in a Spanish village. On the left is a house. On its balcony stands a Spanish woman in a yellow-and-black dress. She is leaning on the balustrade and looking coquettishly at the viewer. She is framed by the lettering “Cycles Carmen.” In front of the house, a Spanish man in a red-and-gold traditional costume is riding a black bicycle. He looks up at the woman and blows her a kiss. In the background, a Spanish farmer can be seen with a yoke of oxen.

Advertisement poster for Cycles Carmen bicycles, lithograph by Maurice Marodon, Paris, ca. 1900

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0053

 The center of the poster features a couple on bicycles: she is wearing a white blouse and black harem pants; he is wearing brown knickerbockers. His brown jacket flutters in the wind. In the upper part of the image, a soldier or police officer in a blue uniform with a bicorne hat and a sword can be seen. He is rushing after the couple with his arms outstretched. To the right of him is the lettering “Cycles Gladiator.”

Advertisement poster for Cycles Gladiator bicycles, lithograph by Ferdinand Mifliez, Paris 1895

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0058

The focal point of the advertising poster is a bride in a white wedding dress with a veil. She is riding down a long flight of stairs on a black bicycle, smiling slightly. She is accompanied by two white butterflies. At the top of the staircase, the wedding party can be seen in the distance. In the center of the group stands the groom, waving his arms and calling after the bride. The scene is set against a park landscape. In the background on the right, three children are catching butterflies with colorful nets.  Above that is the word “Papillion.”

Advertisement poster for Papillon bicycles, lithograph by A. Bonnard, Paris, ca. 1890

Source: SDTB, Historical Archive, Vol. 4, X 0033

The focal point of the advertising poster is a woman wearing a white hat and a black dress. She is riding a black bicycle toward the lower-left corner of the image. The upper third of the image is dominated by the striking lettering “Hurtu,” in red on a yellow background. Below that, in smaller letters, is “Diligeon & Cie.”

Advertisement poster for bicycles manufactured by Hurtu Diligeon & Cie., lithograph, Paris 1895

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0015

The center of the poster features a girl of about ten years old wearing a pink skirt, a black coat, and a white hat. She is pushing a black children’s bicycle along a wall. On the wall are childlike line drawings. They depict people on bicycles, dogs, and a couple. Also, the phrase “Cycles Cottereau Dijon” appears twice in childlike handwriting. The same phrase is written in block letters above the scene.

Advertisement poster for Cycles Cottereau Dijon bicycles, lithograph by Pol Laforet, Paris, ca. 1912

Source: SDTB, Historical Archives, V.4. X 0077

Pressemitteilung

Neues Lebensgefühl: Fahrradplakate aus der „Belle Époche“

Sonderausstellung „Freiheit auf zwei Rädern“ mit über 40 großformatigen historischen Plakaten aus der eigenen Sammlung /
Auftakt zum Themenschwerpunkt "Fahrrad" in 2024 /

Laufzeit: 24. April 2024 bis 19. Januar 2025

Frei, unabhängig und modern: Dieses Lebensgefühl versprach das Fahrrad in Frankreich um 1900 und so wurde es dort flächendeckend beworben. Als Werbemittel dienten lithografische Plakate. Diese außergewöhnlichen Kunstwerke bieten besondere Einblicke in das damalige Verständnis von Technik und Kultur. Vor allem Frauen stehen auf den Fahrradplakaten der „Belle Époque“ als Werbebotschafterinnen im Mittelpunkt – und das auf ganz unterschiedliche Weise.

Das Deutsche Technikmuseum zeigt ab 24. April über 40 großformatige Fahrradplakate aus der eigenen Sammlung. Die Ausstellung „Freiheit auf zwei Rädern. Das Fahrrad auf französischen Plakaten um 1900“ erzählt von einer Zeit, in der das Fahrrad als modernes Verkehrsmittel und das Plakat als neues Werbemedium eine Symbiose eingingen. Dieser Ausbruch von Kreativität fasziniert bis heute. Die Plakate sind ein Spiegel der gesellschaftlichen Ideale und Weltbilder um 1900. Sie zeigen ein zeittypisches Spektrum von Geschlechterrollen, Technik und Kultur.

Zwischen Plakatsucht und Fahrradwahn

Um 1890 änderte sich das Stadtbild europäischer Metropolen. Vormals graue Fassaden wurden plötzlich von großformatigen, farbenprächtigen Plakaten eingenommen. Nicht wenige Menschen sahen darin eine Verunstaltung und sprachen von „Plakatpest“. Andere feierten die Wandkunst als Ausdruck einer neuen, modernen Zeit. Ausgehend von Paris kam es zu einem regelrechten Hype, der bald als „Affichomanie“, „Postermania“ oder „Plakatsucht“ bezeichnet wurde.

Zur gleichen Zeit gelang einer weiteren technischen Entwicklung der Durchbruch: dem Fahrrad. Es versprach individuelle Mobilität und beflügelte so den Drang nach Freiheit. Speziell für Frauen war es ein Vehikel der Emanzipation. Dadurch wurde das Zweirad in konservativen Kreisen ähnlich umstritten wie das Plakat. Trotzdem begann es die Welt zu revolutionieren und führte zum „Fahrradwahn“ oder „Bicycle Craze“. Das Plakat erwies sich dabei als idealer Werbeträger. Bis 1900 wurden für das Fahrrad mehr Plakate produziert als für jedes andere Produkt.

Was ist wichtiger: Atmosphäre oder Technik?

Die Fahrradplakate weisen eine enorme Vielfalt auf. Motive im floralen Jugendstil, mythologische Darstellungen oder idyllische Landschaftsszenerien – es ging um die Atmosphäre, nicht um die Maschine. So ist das Fahrrad als technischer Gegenstand oft nur zum Teil oder ungenau dargestellt. Erst als nach 1910 das Fahrrad eine wesentlich höhere Verbreitung erreichte, ging die Reklame dazu über, technische Merkmale exakt darzustellen. 

Bereits kurz nach ihrer Entstehung wurden die Plakate zu begehrten Sammelobjekten. Man bestaunte die „Explosion der Farben“ und die „Galerie der Straße“. Leidenschaftliche Sammlerinnen und Sammler bestachen Plakatkleber, lösten die „Affichen“ mühevoll von den Hauswänden ab oder kauften bei Händlern wie Edmond Sagot, der nicht weniger als 2.200 Exemplare in seinem Katalog verzeichnete.

Die Frau als Plakatmotiv und potenzielle Kundin

Auffällig ist, wie viele Frauen auf den Plakaten abgebildet sind. Frauenfiguren waren in französischen Plakaten der Jahrhundertwende allgegenwärtig – auch in der Fahrradwerbung. Dabei galt Radfahren um 1900 für Frauen noch als unschicklich: Körperliche Anstrengung und das Tragen praktischer Hosen seien mit weiblicher Anmut unvereinbar. Mit adretten „Werbedamen“ oder betont weiblich dargestellten mythologischen Figuren sollten Fahrradplakate derartigen Vorurteilen entgegenwirken. Die jugendlich-attraktiven Figuren dienten nicht nur dem männlichen Publikum als Blickfang; weibliche Betrachterinnen sollten sich mit ihnen identifizieren. Besonderer Beliebtheit erfreute sich dabei der Stereotyp der „Parisienne“: Die stets modisch gekleidete Pariserin versinnbildlichte den überlegenen Geschmack der französischen Metropole. Sie erschien als stilsichere und selbstbewusste Trendsetterin, die selbst in flotter Fahrt nichts von ihrer Eleganz einbüßt.

Die Sammlung

Die jetzt im Deutschen Technikmuseum gezeigten historischen Fahrradplakate sind Teil einer Sammlung, die bereits 1980 eingeworben wurde. Diese Sammlung ist heute Teil des Historischen Archivs im Deutschen Technikmuseum. Mit seinem auf über 7,5 Regalkilometer angewachsenen Fundus gehört es zu den größten Spezialarchiven in der deutschsprachigen Museumslandschaft.

Auftakt zum Themenschwerpunkt „Fahrrad“ in diesem Jahr

Die Fahrradplakate-Ausstellung in der Großen Galerie des Deutschen Technikmuseums ist der Auftakt zu einem Themenschwerpunkt „Fahrrad“ in diesem Jahr: Neben einem Fahrrad-Spezial am eintrittsfreien Museumssonntag am 2. Juni ist ein weiterer Höhepunkt die Eröffnung der großen Sonderausstellung „Rückenwind. Mehr Stadt fürs Rad!“ Ende November im Ausstellungsbereich Ladestraße.

Freiheit auf zwei Rädern. Das Fahrrad auf französischen Plakaten um 1900
Plakat-Sonderausstellung im Deutschen Technikmuseum
Laufzeit: 24. April 2024 bis 19. Januar 2025
Große Galerie, Neubau, 4. OG
Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin-Kreuzberg

 

Weitere Informationen rund um die Ausstellung finden Sie hier:
Link zur Ausstellung auf unserer Website

 

Termin: Kuratoren-Führung am 24. April durch die Ausstellung

Am Mittwoch, 24. April, um 14 Uhr findet eine Kuratoren-Führung durch die Ausstellung statt.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Kosten: nur Museumseintritt.
Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Veranstaltungskalender auf unserer Website:
Direkt zum Termin Kuratoren-Führung am 24. April, 14 Uhr