Your privacy is important to us!

We use cookies to improve our website for you. No hidden trackers. You decide what you allow.

Jump to main content

(copy 1)

Wahnsinn – Illegale Autorennen. Wie stoppen wir den Tempo-Rausch?

Neue Sonderausstellung im Deutschen Technikmuseum

Neue Laufzeit: 25. Februar bis 28. August 2022

Pressematerial

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Verwendung unserer Pressebilder. Zum Download Klick auf das Bild, dann auf den Download-Button.

The wrecked pink Jeep is lying on its side, with a banner featuring a photo of Kudamm hanging behind it.

The Jeep belonging to Michael Warshitsky, who died on February 1, 2016, as a victim of an illegal street race. The so-called “Kudamm Speed Demon” case had a significant impact on legislation and case law regarding illegal street racing.

SDTB / Photo: Tzscheuschner

Aerial view of a street intersection, with the vehicles involved marked in white, blue, and pink.

For serious accidents, such as the Kudamm speeding case, experts create detailed animations. Today, onboard computers provide important data about the final seconds before the collision.

Accident Investigators Priester & Weyde

Historical etching (black and white): A police officer stands by the side of the road with his bicycle, writing down the license plate number of a car speeding by. Above and below the image is the text: "Traffic ticket. Of course, I was speeding again with Excelsior Pneumatic."

Car advertising has always played on the allure of speed. In 1905, the tire manufacturer Excelsior advertised that its tires were technically capable of withstanding even illegal speeds. Back then, it wasn’t just road conditions and police officers that limited speed—flat tires often did as well.

Allgemeine Automobil Zeitung, 1908, No. 12, p. 71

A white car with a green design featuring Berlin landmarks and blue lettering that reads "spirit of berlin"; behind it hangs a banner depicting the future of mobility.

The “Spirit of Berlin” is the first computer-controlled car from Berlin. It was built in 2006–2007 based on a Chrysler Voyager by the Robotics/Artificial Intelligence course at the Free University of Berlin. The exhibition explores the potential of such technology to prevent reckless driving and accidents.

SDTB / Photo: Clemens Kirchner

A black motorcycle is lying on the ground; a red car can be seen in the background.

The Berlin Police use this motorcycle for their accident prevention programs. It belonged to a Berlin resident who died in 2013 during a solo race in the Tiergarten Tunnel. His wife donated the motorcycle to the police to raise awareness about the dangers of speeding. In the background is a vehicle confiscated from a speeder.

SDTB / Photo: Clemens Kirchner

 Black-and-white photograph showing children in various vehicles on a traffic course; in the foreground, two children are crossing a crosswalk.

As early as the 1950s, children were learning proper behavior on the road through play. Today, in traffic accident prevention efforts, special emphasis is placed on the dangers of reckless driving, in addition to driving under the influence of alcohol and other drugs.

pa / ullstein bild

Historic black-and-white photo of a car race on the Avus.

Early car races like these at the Avus were major crowd-draws. From the very beginning, motorsports fostered the attitude that speed is a way of life and competition is an integral part of driving.

SDTB / Historical Archive

Pressemitteilung

Wahnsinn – Illegale Autorennen. Wie stoppen wir den Tempo-Rausch?

Neue Sonderausstellung im Deutschen Technikmuseum
Neue Laufzeit: 25. Februar bis 28. August 2022

Woher kommt der Tempo-Rausch in unserer automobilen Gesellschaft? Wieso beteiligen sich Menschen an illegalen Autorennen? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken? Das sind Fragen, mit denen sich die Sonderausstellung „Wahnsinn – Illegale Autorennen. Wie stoppen wir den Tempo-Rausch?“ im Deutschen Technikmuseum in Berlin auseinandersetzt. Sie ist ab 25. Februar im Bereich Ladestraße des Museums zu sehen und in Kooperation mit der Polizei Berlin entstanden. Begleitend zur Ausstellung bietet die Verkehrsunfallprävention der Polizei Berlin im Museum Programme für Schulklassen und andere Interessierte an, die speziell auf die Gefahren des Rasens zugeschnitten sind.

 

Blick auf die historischen und gesellschaftlichen Wurzeln der Raserei

Illegale Autorennen gelten als der Gipfel rücksichtsloser Raserei im Straßenverkehr. Drastisch führte das 2016 der Tod eines Unbeteiligten in Berlin vor Augen, der als „Kudamm-Raser-Fall“ Schlagzeilen machte. Obwohl Gesetzgebung und Strafverfolgung verschärft wurden, steigen die Ermittlungsverfahren weiter an. Berlin verzeichnet im Schnitt 800 bis 900 Fälle im Jahr. Dabei ist das Phänomen des Rasens weder neu, noch beschränkt es sich auf illegale Rennen. Der Blick der Ausstellung reicht von den historischen und gesellschaftlichen Wurzeln der Raserei in unserer automobilen Kultur bis hin zu den Maßnahmen, illegale Autorennen wirksam zu verhindern. Dazu gehören auch moderne Fahrerassistenzsysteme.

Unfallauto eines Raser-Opfers ist ein zentrales Objekt

Frank Steinbeck, Leiter des Bereichs Straßenverkehr im Deutschen Technikmuseum und Kurator der Ausstellung, sagt: „Wir zeigen Geschichte und Gegenwart des automobilen Geschwindigkeitsrauschs und beleuchten Möglichkeiten der Prävention. Wir werfen keinen voyeuristischen Blick auf Unfälle und Opfergeschichten. Es ist keine Schocker-Ausstellung, sondern eine, die zum Nachdenken anregen will.“

Neben vielen kleineren Objekten, Schautafeln und Medienstationen sind auch einige wenige Wracks aus illegalen Autorennen zu sehen. Zentrales Objekt der Ausstellung ist das Unfallauto des Opfers der Kudamm-Raser. Der Unfall löste einen Wandel in der Beurteilung illegaler Autorennen aus. Erstmals wurden hier Raser wegen Mordes verurteilt. 2017 wurde zudem ein Paragraf zu „Verbotenen Kraftfahrzeugrennen“ ins Strafgesetzbuch eingefügt. Das Museum zeigt in der Ausstellung Fahrzeuge von Unfällen, bei denen Menschen ums Leben kamen, um die Gefahren illegaler Rennen und allgemein der Raserei vor Augen zu führen. Dabei knüpft es an die Erfahrungen der Polizei Berlin an, die ein Unfallmotorrad seit vielen Jahren für die Unfallprävention nutzt. Die Präsentation der Fahrzeuge von Opfern illegaler Autorennen in der Ausstellung wird von den Hinterbliebenen unterstützt.

Was sind die Leitbilder unserer automobilen Kultur?

Die Ausstellung nimmt die Entwicklung von Leitbildern in den Blick, die Geschwindigkeit, Wettkampf und antiquierte Männlichkeitsideale verherrlichen. In unserer automobilen Kultur ist das Ideal „starker“ und durch Wettbewerb „gestählter“ Männlichkeit noch immer allgegenwärtig. In den 1990er Jahren fand eine ungezügelte Entfesselung der PS-Spirale statt: Die Automobilwirtschaft schraubte die Leistung und Schnelligkeit ihrer Fahrzeuge immer höher, Leasing, Miet- und Gebrauchtwagen ermöglichten es nun vielen Menschen, schnelle Autos zu fahren. Die Alltagskultur gab dem PS- und Tempo-Wahnsinn ebenfalls neue Nahrung: Die Tuningszene wurde stärker, das Interesse an der Formel 1 stieg in ungeahnte Höhen. Computerspiele mit zunehmend realistisch wirkenden Rennen kamen auf den Markt. Musikvideos zeigen bis heute gerne zufriedene Männer in schnellen Autos, die von leicht bekleideten Frauen angehimmelt werden.

 

Wie stoppen wir den Tempo-Rausch?

Durch die Zunahme illegaler Autorennen und die tragischen Unfälle der letzten Jahre verstärken sich die Bemühungen, diese Form der Raserei einzudämmen. Nur ein Teil richtet sich dabei ausschließlich gegen illegale Autorennen. Viele Maßnahmen nehmen Geschwindigkeitsüberschreitungen im Allgemeinen in den Blick: schärfere Gesetze, eine strengere Strafverfolgung und eine Form der Verkehrserziehung, die mehr Gewicht auf das Rasen und seine Gefahren legt.

Im Fokus sind auch technische Lösungen wie eine automatische Geschwindigkeitsbeschränkung im Fahrzeug. Die dafür nötigen Fahrerassistenzsysteme, auch bekannt als Intelligent Speed Assistance (ISA), werden in der Europäischen Union ab 2022 in allen neuen Fahrzeugtypen Pflicht, bleiben allerdings bis auf Weiteres abschaltbar. Die Diskussion um Fahrerassistenzsysteme dreht sich um gesellschaftliche Grundsatzfragen: Kann ein durch Technik verursachtes Problem durch mehr Technik gestoppt werden? Beschneiden Fahrerassistenzsysteme die Verantwortung und Freiheit der Bürgerinnen und Bürger? Oder sind sie in Anbetracht der Unfälle notwendig?

Am Ende der Ausstellung werden die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, über eine Medienstation zu diesen und anderen Fragen rund um illegale Autorennen und den Tempo-Rausch in unserer automobilen Kultur ihre Meinung abzugeben.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Programm für Schulklassen

Die Polizei Berlin bietet während der Laufzeit der Ausstellung immer dienstags von 10:00 bis 11:30 Uhr für Schulklassen ein Unfall-Präventionsprogramm an. Es ist speziell auf die Gefahren des Rasens zugeschnitten. Für Lehrkräfte und Schulklassen sind die Veranstaltungen und der Eintritt in die Ausstellung kostenfrei.

Eine Anmeldung und die Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften sind nötig. Bei Interesse können sich die Lehrkräfte im Museum bei Kurator Frank Steinbeck unter steinbeck@technikmuseum.berlin melden.

Offenes Programm für alle Besucherinnen und Besucher

Einmal im Monat bietet die Verkehrsunfallprävention der Polizei Berlin zudem ein Programm für alle Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher an. Die Termine (jeweils ein Samstag um 11:00 Uhr) sind: 19.03., 09.04., 14.05. und 18.06. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sonderausstellung

Wahnsinn – Illegale Autorennen. Wie stoppen wir den Tempo-Rausch?

Deutsches Technikmuseum

Achtung: Eingang Ladestraße (Zugang über Möckernstr. 26, 10963 Berlin)

Neue Laufzeit: 25. Februar bis 28. August 2022

Die Ausstellung ist entstanden in Kooperation mit der Polizei Berlin.

 

Öffnungszeiten:

Di-Fr: 9-17:30 Uhr

Sa/So: 10-18 Uhr