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Deutsches Technikmuseum übernimmt Bewag-Archiv

200 Regalmeter Unterlagen, 137.000 Fotos und 1.000 Pläne zur Geschichte der Elektropolis Berlin stehen künftig der historischen Forschung zur Verfügung.

Pressematerial

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Vor einem großen Magazinregal, das mit Archiv-Kartons gefüllt ist, stehen drei Männer und eine Frau. Museumsdirektor Joachim Breuninger empfängt einen historischen Bewag-Katalog aus den Händen von Vattenfall-Vorstand Stefan Hadré. Im Vordergrund ein Rollwagen, auf dem weitere Archivalien liegen.

Bei der Übergabe der Bewag-Archivalien in das Historische Archiv des Deutschen Technikmuseums. Von links nach rechts: Museumsdirektor Joachim Breuninger, Stefan Hadré (Vorstandsmitglied der Vattenfall Wärme Berlin AG), Susan Hortmann (Vattenfall) und Lutz Wegner (Vattenfall)

SDTB / Foto: C. Kirchner

 

An der Spree befindet sich das Elektrizitätswerk Charlottenburg mit geschwungenen Formen und Rundbogenfenstern. In der Bildmitte ist ein großer Schornstein zu sehen. Die Krananlage für die Entladung der Kohleschiffe befindet sich links im Bild.

Elektrizitätswerk Charlottenburg: Ansicht von der Spreeseite, 1951

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Die kegelförmige Litfaßsäule ist auf einer Seite geöffnet. Auf drei Ebenen befinden sich Türen, hinter denen die Technik des Transformators zugänglich ist. Es ist die Aufschrift „Hochspannung, Vorsicht! Lebensgefahr“ zu lesen.

Litfaßsäule mit eingebautem Transformator, 1935

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Das Bild zeigt einen kleinen Lieferwagen. Auf der Seite befinden sich die Aufschriften „Elektro-Heisswasser-Speicher für Küche und Bad“ sowie „Nachtstrom 4 Pfennig. Spart Strom!“ Es ist ein Heißwasserboiler abgebildet.

Werbewagen der BEWAG mit dem Aufruf, Strom zu sparen, 1942

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Das Foto zeigt Kriegsschäden am Kraftwerk Spandau 1943/1944. Im Vordergrund des Bildes sind zerstörte Bedienpulte mit Kurbelrädern zu sehen. Die Decke des Raumes ist zerstört. Im darüber liegenden Stockwerk stehen sechs Arbeiter.

Kriegsschäden am Kraftwerk Spandau, 1943/1944

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Eine Frau mit einem Messgerät in der Hand steht in einem großen Raum, in dem sich mehrere Reihen mit fahrbaren Gestellen befinden. An diesen Gestellen sind jeweils 13 Wechselstromzähler angebracht.

Wechselstromzähler-Einregulierung auf fahrbaren Prüfgestellen in der Stromzählerproduktion Marienfelde, 1964

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Zwei Schwarzweiß-Aufnahmen: Links ist das Kraftwerk Klingenberg, rechts das Kraftwerk West zu sehen. Die quaderförmigen Kraftwerksgebäude sind aus Backstein gebaut. Sie befinden sich am Wasser und sind von Schornsteinen umgeben.

Kraftwerk Klingenberg (1927) und Kraftwerk West (1931). Der Ausbau der elektrischen Infrastruktur gipfelte Mitte der 1920er-Jahre im Bau des „Großkraftwerks Klingenberg“ an der Oberspree (Foto links). Wenig später wurde das Kraftwerk West errichtet, das nach dem Zweiten Weltkrieg als „Kraftwerk Reuter“ ein Symbol des Freiheitswillens des blockierten West-Berlin war.

SDTB, Historisches Archiv/ Sammlung Bewag

Pressemitteilung

Deutsches Technikmuseum übernimmt Bewag-Archiv

200 Regalmeter Unterlagen, 137.000 Fotos und 1.000 Pläne zur Geschichte der Elektropolis Berlin stehen künftig der historischen Forschung zur Verfügung.

Das Deutsche Technikmuseum in Berlin übernimmt historisch bedeutende Archivalien der Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-Aktiengesellschaft in seinen Archivbestand. Die Bewag war seit Ende des 19. Jahrhunderts für die Versorgung Berlins mit Energie maßgeblich. Der einzigartige Bestand umfasst 200 Regalmeter Unterlagen des Unternehmens, 137.000 Fotos und 1.000 historische Pläne. Diese Archivalien können nun im Historischen Archiv des Museums erschlossen und der Forschung zugänglich gemacht werden.

„Kein Industriezweig hat seit Beginn des 20. Jahrhunderts Berlins Wirtschaft so entscheidend geprägt wie die elektrotechnische Industrie und die Elektrizitätswirtschaft. Die Stromversorgung revolutionierte die Produktion in der Industriemetropole und den Großstadtverkehr. Dadurch wurde Berlin zur Elektropolis. Wir freuen uns, dass wir diese Entwicklung nun mit dem Bewag-Archiv im Deutschen Technikmuseum eindrucksvoll dokumentieren können“, so Joachim Breuninger, Vorstand der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, bei der Übergabe der Archivalien Ende Juli in Berlin.

Die Archivbestände dokumentieren die Bewag-Geschichte von 1884 bis 2005

Die übernommenen Dokumente und Fotos reichen von der Gründung des Unternehmens 1884 bis ins Jahr 2005. Sie wurden dem Museum im Mai 2021 von dem Bewag-Nachfolgeunternehmen Vattenfall Wärme Berlin AG geschenkt. Nun hat Stefan Hadré, Vorstandsmitglied der Vattenfall Wärme Berlin AG, sie an Museumsdirektor Breuninger übergeben.

„Über 120 Jahre Firmengeschichte gehen nun in die professionellen Hände des Deutschen Technikmuseums über! Wir freuen uns sehr, dass die vielfältigen Archivunterlagen nicht nur fachgerecht archiviert werden, sondern damit auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Durch die Liberalisierung des Energiemarktes und damit folgender gesellschaftsrechtlicher Auftrennung der Bewag entlang der Wertschöpfungsstufen ist eine zentrale und zusammenfassende Dokumentation der Firmenhistorie beim Deutschen Technikmuseum in den besten Händen“, so Stefan Hadré.

Bewag-Archiv voraussichtlich ab Herbst für die Öffentlichkeit zugänglich

Die Unterlagen werden seit Mitte 2021 durch ein eigens damit beauftragtes Projektteam erschlossen: Es wurden bisher unverzeichnete Akten erschlossen, verpackt und nutzbar gemacht. Die bereits im Archiv der Bewag zugänglichen Archivalien wurden aufgearbeitet und Informationen aus einer vorhandenen Datenbank an das Datenbanksystem des Deutschen Technikmuseums angepasst. Die in säurefreie Archivkartons verpackten Unterlagen wurden in zwei Lieferungen im Mai und Juli 2022 in die Magazinräume in der Trebbiner Straße eingelagert. Nachdem die Datenübergabe abgeschlossen ist, können die Archivbestände voraussichtlich ab September 2022 im Lesesaal von Archiv und Bibliothek des Deutschen Technikmuseums eingesehen und für die historische Forschung benutzt werden.

Wichtige Ergänzung für die Elektropolis-Sammlung des Museums

Das Deutsche Technikmuseum ergänzt damit seine Sammlung um einen für die Elektropolis Berlin weiteren wichtigen Bestand. Unter anderem befindet sich im Museum das ebenfalls sehr bedeutsame Unternehmens-archiv von AEG-Telefunken. Die Elektropolis Berlin ist zudem Schwerpunkt der Dauerausstellung zur Nachrichtentechnik im Deutschen Technikmuseum.

 

Öffentliche Nutzung des Historischen Archivs

Die Nutzung des Historischen Archivs und des Lesesaals des Deutschen Technikmuseums ist
Dienstag und Donnerstag (10 bis 16:30 Uhr) und Mittwoch (10 bis 14 Uhr) möglich.
Um Anmeldung wird gebeten.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://technikmuseum.berlin/sammlung/historisches-archiv/