Gesichter der Arbeit. Fotografien aus Industriebetrieben der DDR

06.11.2020

Faszinierende Einblicke in eine vergangene Welt: Bildband von Günter Krawutschke in der Schriftenreihe der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin erschienen

Pressematerialien

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Verwendung unserer Pressebilder.

Pressemitteilung

Gesichter der Arbeit. Fotografien aus Industriebetrieben der DDR
Faszinierende Einblicke in eine vergangene Welt: Bildband von Günter Krawutschke in der Schriftenreihe der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin erschienen

Rauchende Schlote, Menschen in Kittelschürze und Blaumann ­– in der Hauptstadt der DDR schlug das industrielle Herz des Arbeiter- und Bauernstaates. Günter Krawutschke, der als Fotograf beim Berliner Verlag arbeitete, kannte die Welt der vielen kleinen und großen Industriebetriebe Ostberlins und der DDR wie kein anderer. Seine Aufnahmen vermitteln ungeschönte und teils intime Einblicke in diese längst verschwundene Welt: Sie zeigen emotionale Momente und starke Charaktere vor dem nüchternen Hintergrund eines harten Arbeitsalltags.

Der jetzt im Berliner be.bra verlag erschienene Band „Gesichter der Arbeit“ versammelt 160 beeindruckende Fotografien aus den letzten beiden Jahrzehnten der DDR. Günter Krawutschkes Bilder sind auch jenseits der offiziellen Pressetermine entstanden. Sie zeigen Gesichter, Gesten und Haltungen, herzliche Kommunikation und Rituale, Zugewandtheiten und Abneigungen in den Kollektiven sowie das Spiel der Hierarchien und Brigadestrukturen, kurz: Momentaufnahmen großer und kleiner Geschichten der Menschen in der DDR und ihrer Arbeit.

Neben einem Interview mit dem Fotografen finden sich in dem Band drei weitere Beiträge, die Günter Krawutschkes Werk historisch und ästhetisch einordnen. Joseph Hoppe geht dabei dem Zusammenhang von Fotografie, Arbeitswelten und Museen nach. Peter Paul Schwarz beleuchtet Arbeiterklasse und Arbeitsalltag in der DDR. Und Bernd Lindner wirft einen Blick auf die Pressefotografie innerhalb des ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaates.

Die Fotografien – viele davon zu DDR-Zeiten nie veröffentlicht – tragen nicht nur zur Dokumentation der Arbeits- und Lebenswelt der DDR bei. Sie laden darüber hinaus zur Auseinandersetzung mit der Frage ein, was diese Welt für Menschen bedeutete, deren Arbeitsplätze nach 1990 hunderttausendfach wegfielen. Das Deutsche Technikmuseum konnte in den vergangenen Jahren einen großen Teil der fotografischen Arbeiten Günter Krawutschkes erwerben. Das Historische Archiv des Museums bewahrt mittlerweile circa 17.000 Negative und Originalabzüge auf. In der Ausstellung „Gesichter der Arbeit. Fotografien aus Ostberliner Industriebetrieben von Günter Krawutschke, 1971 – 1986“ war bereits ein kleinerer Teil des Werkes im Deutschen Technikmuseum zu sehen. Die Schau stieß auf große Medienresonanz und viel Zuspruch von Besucherinnen und Besuchern. Bis zum 28. März 2021 ist die Ausstellung jetzt auch in der DASA Dortmund zu sehen. Der nun erschienene, zweisprachige Band (dt./engl.) soll das Thema und das Werk Günter Krawutschkes einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Er ist der bereits sechste Band in der neuen Schriftenreihe „Neue Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur“ der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.

Das Buch:

Günter Krawutschke

Gesichter der Arbeit. Fotografien aus Industriebetrieben der DDR
(Faces of Work. Photographs from the GDR‘s Industrial Plants, ins Englische übersetzt von Barry Fay)

Herausgeber: Joseph Hoppe, Bernd Lüke, Jörg Rüsewald

Neue Berliner Beiträge zu Technikgeschichte und Industriekultur. Schriftenreihe der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, Band 6

be.bra verlag, Oktober 2020

208 Seiten, 160 Abbildungen, Festeinband, deutsch und englisch, 26 Euro.

ISBN 978-3-89809-183-1

Erhältlich im Buchhandel und (sobald das Museum wieder geöffnet ist) im Museumsshop des Deutschen Technikmuseums in Berlin

Pressekontakt:

Für Rezensionsexemplare und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an den be.bra verlag: post@bebraverlag.de

Für Interviewanfragen mit dem Fotografen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin: ruesewald@technikmuseum.berlin