Ein aufgeschlagenes Zigarettenbild-Album der Berliner Zigarettenfabrik Garbáty von 1938 zeigt sechs Abbildungen von Kraftfahrzeugen und neun Kraftfahrzeugkühler in Frontansicht.

Zigarettenbild-Album „Das Auto von heute“, 1933

Objekt des Monats Februar 2020

Ein aufgeschlagenes Zigarettenbild-Album der Berliner Zigarettenfabrik Garbáty von 1938 zeigt sechs Abbildungen von Kraftfahrzeugen und neun Kraftfahrzeugkühler in Frontansicht.
Zigarettenbilder-Album „Das Auto von heute“. Zigarettenfabrik Garbáty. Berlin, 1938.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verteilten die Verkäuferinnen und Verkäufer des Pariser Kaufhauses „Le Bon Marché “ Sammelbildchen zur Erhöhung der Kundenbindung an ihre Kundschaft. Vorlage waren sicherlich die seit dem 14. Jahrhundert beliebten religiösen Andachtsbildchen, die von der Kirche an die Gläubigen verteilt wurden und als Lesezeichen für Gebets- und Gesangsbücher eifrig gesammelt wurden.

Ab 1872 gab es in Deutschland die ersten Bilderserien, die sich jeweils einem Thema widmeten. Sie waren Beilage für den von Justus Liebig entwickelten Fleischextrakt. Diese Idee der Werbung wurde bald von vielen anderen Firmen übernommen. Der Schokoladenhersteller Stollwerck gab 1897 das erste deutsche Sammelalbum heraus. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Sammeln der kleinen Kärtchen zum Massenhobby, konnte man doch mithilfe der Bilder im Geiste auf große Reise gehen und frühere oder zukünftige Welten kennenlernen. Speziell die den Zigarettenschachteln beigefügten Kärtchen erfreuten sich großer Beliebtheit.

Ab den 1960er Jahren wurden die Bildkarten auch separat als Tütenbilder im Handel angeboten. So gab es diverse deutsche Karl-May-Verfilmungen oder die Fußball-Bundesligaspieler zum Einkleben in aufwendig gestaltete Alben. Jeweils fünf Kärtchen waren in der Tüte und nicht selten hatte man bestimmte Motive doppelt oder dreifach in der Sammlung. Andere hingegen schienen sehr selten und waren daher begehrte Tauschware.

Das ausgestellte Zigarettenbilder-Album „Das Auto von heute“ aus dem Bestand der Museumsbibliothek stammt aus dem Jahre 1933. Es wurde von der Berliner Zigarettenfabrik Garbáty vertrieben.